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Rundbrief # 4 Juni 2015

Liebe Leserinnen und Leser,

wie startet der Kölner in die Saison? Richtig! Mit Summerjam-Festival und dem Christopher Street Day am ersten Juliwochenende. Und das ganze Jahr lang gestalten die Amnesty-Gruppen im Bezirk auf ganz unterschiedliche Art und Weise Aktionen zu ihren Themenschwerpunkten. Zu zwei unserer ältesten Gruppen findet sich in diesem Newsletter mehr. Am Ende noch ein Lesetipp: Der Amnesty-Report 2014/2015 mag keine leichte Sommerlektüre sein, man wird ihn dafür aber auch nicht so leicht vergessen. Die Berichte zur Menschenrechtslage in beinahe allen Ländern der Welt sind eine wichtige Grundlage der Amnesty-Arbeit. Schon einmal das diesjährige Urlaubsland nachgeschlagen?

Es wünscht einen schönen Sommer

euer Redaktionsteam

Vielfalt: lehren, lernen, leben – der Christopher Street Day steht vor der Tür

Unter diesem Motto zieht am 5. Juli wieder die CSD-Demonstration durch die Kölner Innenstadt. Und wie in den letzten Jahren auch ist Amnesty natürlich auch diesmal dabei. Der Zug bildet den abschließenden Höhepunkt des dreitägigen CSD-Straßenfestes, das mit seinem Motto und Veranstaltungen diesmal besonders Homo- und Transphobie an Schulen zum Thema macht. Über die Hintergründe des Mottos, die Geschichte der Veranstaltung und natürlich das Programm informiert http://www.colognepride.de/colognepride-2015/strassenfest/programm-hauptbuehne-2015/

30 Jahre Summerjam

...und wir mischen uns am Fühlinger See wieder unter die Leute um zu informieren und Unterstützung für politische Gefangene und Verfolgte zu sammeln. Im letzten Jahr sammelte Amnesty hier Unterschriften für Moses Akatugba, in diesem Jahr werden wir besonders den Blogger Raif Badawi unterstützen. Eine kurze Hintergrundinformation zu beiden Fällen kann man in diesem Newsletter finden. https://summerjam.de

SOS – zu Wasser und zu Lande!

Die Gruppe 1465 gestaltet seit nun über 30 Jahren Gottesdienste in verschiedenen evangelischen und katholischen Kirchen in Köln und Umgebung oder gibt die Konzepte dazu an andere interessierte Gruppen weiter. Die Gruppe stellt die Gottesdienste in jedem Jahr unter ein bestimmtes Motto und hält beim Ausgang dazu passende give-aways zur Erinnerung bereit. In diesem Jahr lautet das Motto „SOS – zu Wasser und zu Lande!“ Die Termine sind auf der Homepage von der Gruppe 1465 http://www.amnesty-international-koeln-rechtsrheinisch.de/ zu finden.

Raif Badawi

Der Fall von Raif Badawi geht seit Monaten durch die Medien. Der saudi-arabische Blogger wurde im Januar öffentlich gefoltert. Die Folter war Teil seiner Verurteilung vom 7. Mai 2014 wegen Gründung der Webseite der "Saudi-Arabischen Liberalen" und Beleidigung des Islam. Er wurde unter anderem zu zehn Jahren Haft und 1000 Stockschlägen verurteilt worden, von denen er im Januar die ersten 50 erhielt – 950 Schläge stehen ihm noch bevor. Mehr Informationen zu seinem Fall und den Link zur Onlinepetition und anderen Möglichkeiten, ihn zu unterstützen, findet ihr unter http://www.amnesty.de/2015/2/26/botschaft-von-raif-badawis-frau-ensaf-haidar?destination=suche%3Fwords%3Dbadawi%26search_x%3D0%26search_y%3D0%26search%3DSuchen%26form_id%3Dai_search_form_block

Eine wunderbare Nachricht – Moses Akatugba wird freigelassen

Der Gouverneur des Bundesstaates Delta in Nigeria hat Moses Akatugba angesichts des öffentlichen Drucks, den Amnesty International mit seinen Unterstützern aufgebaut hatte, begnadigt: „Ich habe Herrn Moses Akatugba begnadigt und die Anordnung für seine Entlassung aus der Haft unterzeichnet.“

Im November 2005 war der 16-Jährige Moses Akatugba von der nigerianischen Armee festgenommen worden, weil er angeblich drei Handys gestohlen haben soll. Im Gefängnis zwangen ihn Soldaten unter massiver Folter dazu, falsche Geständnisse zu unterschreiben. Im November 2013 wurde Moses Akatugba dann zum Tode verurteilt.

Amnesty hatte sich seit Juni 2014 im Rahmen der weltweiten Kampagne „Stop Folter“ und des „Amnesty-Briefmarathons“ für Moses Akatugba eingesetzt. Allein in Deutschland sammelte Amnesty insgesamt über 140.000 Unterschriften für ihn.

Moses Akatugba bedankte sich bei allen Unterstützern: "Ich bin überwältigt. Ich danke Amnesty für die große Unterstützung, die mir geholfen hat, aus dieser Situation gestärkt hervorzugehen. Ich verspreche, dass ich mich für die Menschenrechte einsetzen und anderen helfen werde."

http://www.amnesty.de/2015/5/29/grosser-erfolg-moses-akatugba-wird-nicht-hingerichtet?destination=node%2F2817

Mai 2015 – Jahresversammlung in Dresden

Über die Pfingstfeiertage versammelten sich die Delegierten und Mitglieder aller deutschen Amnesty-Gruppen in Dresden, um sich zu informieren und miteinander zu diskutieren. Vor den über 400 Mitgliedern sprach unter anderem Ensaf Haidar, die Ehefrau des inhaftierten saudi-arabischen Bloggers Raif Baldawi. Neben der Neuwahl des Vorstandes waren u.a. weitere Diskussionspunkte der Schutz der Menschenrechte im Internet, der Einsatz gegen Rassismus, eine europäische Seenotrettung im Mittelmeer und sichere Zugangswege für Flüchtlinge nach Europa. Die Jahresversammlung lehnte dabei den deutschen Vorschlag, mit militärischen Mitteln gegen Fluchthelfer vorzugehen, entschieden ab. Im Rahmen der Jahresversammlung setzen die Amnesty-Mitglieder am Pfingstsamstag auf dem Dresdener Theaterplatz ein Zeichen gegen Rassismus. Sie bildeten mit gelben Pappen den Schriftzug #NORACISM. http://www.amnesty.de/presse/2015/5/26/rassismus-entgegentreten-massenueberwachung-beenden

50 Jahre aktiv und unverzichtbar fĂĽr die Menschenrechte

Seit der Gründung der Gruppe vor 50 Jahren streitet die Amnesty-Gruppe Bensberg-Rösrath für die Menschenrechte. Die engagierten Mitglieder feierten im Mai mit einem Rückblick auf 50 bewegte Jahre ihren Geburtstag in Bergisch Gladbach-Bensberg. Dazu passte die Musik des Mexikaners Josué Avaros, denn Mexiko ist der thematische Schwerpunkt der Gruppe, die seit mehreren Jahren den Fall von Valentina Rosendo Cantú und Inés Fernández Ortega betreut: die beiden jungen Frauen waren 2002 in ihrem Dorf in der Sierra von Guerrero im Süden von Mexiko von Soldaten vergewaltigt worden; ihrer Anzeige wurde nicht nachgegangen – im Gegenteil, sie und ihre Familien wurden schikaniert und bedroht. Mit Hilfe des Menschenrechtszentrums „Tlachinollan“ erstritten die beiden Frauen vor den Interamerikanischen Gerichtshof für Menschenrechte in 2010 ein positives Urteil – der mexikanische Staat habe gegen die Soldaten zu ermitteln und die Frauen zu entschädigen.

Die Gruppe fordert auch weiterhin, dass dieses Urteil umgesetzt wird.

Für die zweite Jahreshälfte sind u.a. Aktionen gegen Folter und Todesstrafe sowie eine Ausstellung zu Bootsflüchtlingen geplant. Dazu sucht die Gruppe weitere engagierte Mitglieder. http://www.amnesty1020.de/

Amnesty Report 2014/15

Der neue Amnesty Report wurde Anfang des Jahres veröffentlicht und enthält Informationen über die Menschenrechtslage in 160 Ländern und fasst globale Entwicklungen zusammen. http://www.amnesty.de/amnesty-international-report-20142015 Einzelne Kapitel könnt ihr Online einsehen und euch über die Lage in Ländern wie China, den USA, Türkei. Hier seht ihr, wie es um Deutschland steht: https://www.amnesty.de/jahresbericht/2015/deutschland