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Rundbrief # 6 Dezember 2015

Liebe Leserinnen und Leser,

„Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geist der Brüderlichkeit begegnen.“ (Artikel 1 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte). Diesen Geist der Brüderlichkeit nach den Anschlägen in Paris zu sehen, als die Menschen ihre Wohnungen für Fremde geöffnet und mit Frieden und Vernunft dem Schrecklichen begegnet sind, war für uns ein Lichtblick. Wir hoffen, auch Sie können die Vorweihnachtszeit ein wenig zur Rückbesinnung auf grundlegende Werte und die Bedeutung von Zusammenhalt und offenen Armen nutzen.

Doch der Dezember ist nicht nur eine Zeit der Besinnung, sondern auch traditionell eine rege Zeit für Amnesty: Der Internationale Tag der Menschenrechte am 10. Dezember ist Anlass für viele Aktionen, nicht zuletzt den jährlichen Briefmarathon, für den hunderttausende Menschen in der ganzen Welt sich zusammen tun, um in einigen dringlichen Fällen noch einmal besonders großen Druck auszuüben. Briefe schreiben, irgendwie altmodisch...bringt das überhaupt was? Ja, klar! Im Newsletter zeigen wir Ihnen, was der Briefmarathon erreicht.

Besinnliche GrĂĽĂźe

Euer Redaktionsteam

Aktuelles zur Flüchtlingssituation - AK Resettlement Köln

Laut UNHCR sind weltweit fast 60 Millionen Menschen auf der Flucht vor Kriegen und Verfolgung – und es werden täglich mehr. In diesem Jahr wurden die Folgen dieser dramatischen Entwicklung auch in Deutschland deutlich spürbar. Nach einem schönen Sommer voller Willkommenskultur folgte schnell ein kühler Herbst, in dem die schrillen Stimmen am rechten Rand immer lauter wurden. Abschottende Begriffe wie “Grenzkontrollen” und “Obergrenzen” dominieren bis heute die Diskussionen.

Der Arbeitskreis Resettlement Köln von Amnesty International setzt sich nach wie vor für ein Umdenken in der deutschen und europäischen Flüchtlingspolitik ein. Mit der im letzten Rundbrief vorgestellte Save meKampagne unterstreichen sie die Notwendigkeit von mehr Resettlementplätzen in Europa. Dabei geht es auch darum, durch konkretes bürgerschaftliches Engagement die Bereitschaft der Gesellschaft für einen anderen Umgang mit Flüchtlingen zu zeigen. Wer sich gerne engagieren möchte, kann sich hier als Pate anmelden: http://www.savemekoeln.de/patinpatewerden.html

Darüber hinaus gibt es noch eine Veranstaltung, auf die wir gerne hinweisen möchten:

Asylforum in Schwerte: Die Veranstaltung geht vom 11.13.12.2015 der wichtigen Frage nach, wie Abschottungsreflexe in Politik und Verwaltung überwunden und die Aufnahmebereitschaft von schutzbedürftigen Menschen dauerhaft gestärkt werden können. Weitere Informationen gibt es hier:

http://www.savemekoeln.de/terminleser/events/asylpolitischesforum2015.html

Und wer fĂĽr zukĂĽnftige Diskussionen gute Argumente fĂĽr eine humane FlĂĽchtlingspolitik sucht, kann diese auf der folgenden Seite finden: https://www.amnesty.de/soseuropaerstmenschendanngrenzenschuetzen

Köln stellt sich quer – Gegendemonstration

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Nachdem im letzten Jahr am Kölner Hauptbahnhof die Demonstration „Hooligans gegen Salafisten“ (kurz: HoGeSa) zu gewalttätigen Auseinandersetzungen gegen die Polizei ausartete, wurde die erneute Demonstration zu dem Jahrestag an einen anderen Platz verlegt und die Polizeipräsenz erhöht.

Auch die Kölner bereiteten sich vor. BIRLIKTE und das Aktionsbündnis „Köln stellt sich quer“ riefen zu einer friedlichen Kundgebung „Köln gegen Rechts“ am 25. Oktober auf „kölsche“ Weise mit Musik und Kabarett auf.

Auch die Kölner Mitglieder von Amnesty trafen sich und nahmen an der Kundgebung teil. Sie zogen mit gelben Luftballons und dem großen auffälligen Banner „Rassismus stoppen – Menschenrechte schützen“ gemeinsam mit mehr als 15.000 Menschen über die Deutzer Brücke bis vor die Bühne am Deutzer Bahnhof. Dabei verteilten sie über 1000 „Argumente für eine humane Flüchtlingspolitik“ und sammelten Unterschriften gegen deutsche Waffenexporte in Krisengebiete.

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Selbst der leichte Regen konnte den friedlichen, fröhlichen Teilnehmern der Gegendemonstration nichts entgegensetzen.

Noch ein Hinweis: das Bündnis „Köln stellt sich quer“ demonstriert auch am 10. Dezember mit dem Motto: Menschenrechte und Flüchtlingsschutz sind unteilbar.

Dein Brief kann Leben retten – Der Amnesty-Briefmarathon 2015

Jedes Jahr ruft Amnesty International, rund um den Tag der Menschenrechte am 10. Dezember, zum weltweiten Briefmarathon auf. Dabei schreiben Menschen weltweit innerhalb weniger Tage Millionen Briefe fĂĽr Menschen in Gefahr.

Dieses Jahr findet der Amnesty-Briefmarathon vom 04. bis zum 18. Dezember statt: In diesen Tagen fordern Millionen Menschen weltweit Regierungen per Brief auf, gewaltlose politische Gefangene freizulassen, dieses Unrecht zu beenden und endlich die Menschenrechte zu achten. Gleichzeitig senden sie so viele Briefe wie möglich an jene Menschen, deren Rechte verletzt wurden. So erfahren diese, dass jemand an sie denkt und sich andere für sie einsetzen. Denn: „Einen einzelnen Brief können die Behörden ungelesen wegwerfen, aber Tausende von Schreiben, die auf die Einhaltung der Menschenrechte pochen, lassen sich nicht ignorieren!“

Und der weltweite Protest ist wirksam: Der größte Erfolg des Briefmarathons 2014 ist die Freilassung des Nigerianers Moses Akatugba, der als Minderjähriger festgenommen, gefoltert und zum Tode verurteilt wurde. Der zuständige Gouverneur begnadigte Moses Akatugba im Mai 2015, wobei er sich ausdrücklich auf den Protest von Amnesty berief. Der saudi-arabische Blogger Raif Badawi, der wegen des Betriebs einer kritischen Internetplattform zu 1.000 Stockhieben, zehn Jahren Gefängnis und einer hohen Geldstrafe verurteilt wurde, ist zwar noch nicht frei, die Vollstreckung der Prügelstrafe wurde jedoch ausgesetzt. Auch er war eine der zentralen Personen des Amnesty-Briefmarathons 2014.

Jeder Brief zählt ­ denn jeder einzelne Brief kann dazu beitragen, Menschen vor ungerechten Prozessen und Folter zu schützen und letztendlich Leben zu retten. Mehr Informationen sowie die Anmeldung zum Amnesty-Briefmarathon 2015 finden Sie unter https://www.amnesty.de/briefmarathon-2015.

Der Amnesty-Briefmarathon an Schulen

Für Schülerinnen und Schüler ist der Briefmarathon eine tolle Gelegenheit, sich mit dem Thema Menschenrechte auseinanderzusetzen und selbst aktiv zu werden. Ganze Schulen, Kurse oder Klassen können beim Amnesty-Briefmarathon mitmachen. Mehr Informationen zur Teilnahme und Anmeldung von Schulen finden Sie unter: https://www.amnesty.de/briefmarathon-schulen-2015?destination=startseite

Ein verlogenes System durch Wahrheit untergraben – Ein Abend mit dem Schriftsteller Liao Yiwu für Liu Xiaobo, Liu Xia und alle Verteidiger der Menschenrechte in China

Am Tag der Menschenrechte jährt sich zum fünften Mal die Verleihung des Friedensnobelpreises an Liu Xiaobo, den prominentesten Bürgerrechtler Chinas. Wie viele Verteidiger der Menschenrechte sitzt Liu Xiaobo noch immer im Gefängnis. Seine Frau, die Künstlerin Liu Xia, steht seit Jahren in Peking, der Partnerstadt von Köln, unter Hausarrest – ohne jemals angeklagt worden zu sein. Die Werke der beiden sind in China verboten.

Mit Gesprächen, Texten, Liedern, Fotos und Videos vermittelt die Veranstaltung am 11. Dezember ein lebendiges Bild der beiden Künstler und gibt einen Einblick in die aktuelle Situation der Menschenrechte in China. http://www.amnesty-koeln.de/Main/Veranstaltung20151211

und weitere Termine - rund um den Tag der Menschenrechte - finden Sie auf unserer Homepage unter http://www.amnesty-koeln.de/Main/Termine