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Rundbrief # 9 September 2016

Liebe Leserinnen und Leser,

auch ein später Sommer neigt sich mal dem Ende zu. In den letzten Monaten haben wir wie immer ernste Themen mit Freude verbunden - mancher mag uns am Aachener Weiher beim Picknick gesehen haben, mit dem wir den 55. Geburtstag unseres Vereins feierten. Kurz danach hat der Rat der Stadt Köln auf unseren offenen Brief reagiert und einen Beschluss zu menschenrechtlichen Verantwortung in der Städtepartnerschaftsarbeit gefasst. Mehr zum Ratsbeschluss auf amnesty-koeln.de. Wie jedes Jahr bei Summer Jam und CSD aufgeklärt, protestiert und errungene Siege gefeiert. Beim Ehrenamtstag Anfang September standen wir für Fragen zum Engagement bei Amnesty bereit - wer sich engagieren möchte, kann sich natürlich auch so jeder Zeit an uns wenden,: interessenten@amnesty-koeln.de Ein quirliger Sommer also, den wir am 24. September mit einem Menschenrechtspicknick verabschieden. Mehr dazu im Rundbrief.

Viele GrĂĽĂźe

das Redaktionsteam

Ehrenamtstag in Köln

Am 4. September 2016 war der Bezirk Köln von Amnesty International wie in den Jahren zuvor mit einem Infostand auf dem Kölner Ehrenamtstag vertreten. Organisiert wurde der Infostand auf dem Heumarkt von der Amnesty-Gruppe Köln-Ehrenfeld.

Bei klassisch Kölschem Wetter (Sonne, Gewitter, Wolken, Regen, Sonne ...) wurden zahlreiche Flyer und andere Amnesty-Infomaterialien an die interessierten Besucher und noch mehr Amnesty-Luftballons an deren Kinder verteilt. Schon bald waren überall auf dem Gelände des Ehrenamtstags die gelben Farbtupfer der Amnesty-Luftballons zu sehen.

Fünf aktuelle Amnesty-Petitionen lagen am Stand aus, in die sich bis zum Abend viele Unterstützer eingetragen hatten. Eine ganze Reihe neuer Kontakte konnte geknüpft werden. Am Nachmittag sorgte die in Köln äußerst beliebte Band "Kasalla" keine 50 Meter vor unserem Stand für beste Laune und viele, viele mitsingende und tanzende Besucher (und Standmitglieder).

Es war ein schöner und ein gelungener Tag!

24. September: Erstes „Kölner Menschenrechts-Picknick“ – Schirmherrschaft von Oberbürgermeisterin Henriette Reker

Die Kölner Hochschulgruppe lädt herzlich ein.

ZEIT: Samstag, 24. September, 14 Uhr
ORT: Park der Menschenrechte, Bachemer Straße, Köln-Lindenthal (am Hildegardis-Krankenhaus)

Geleitet wird die Veranstaltung von FIAN. „50 Jahre UN Sozialpakt: Soziale Menschenrechte in Köln und in der Welt“ - unter diesem Motto lädt die Menschenrechts-Organisation FIAN am 24. September zum ersten Kölner Menschenrechts-Picknick ein.

Im „Park der Menschenrechte“ übergibt FIAN acht Bodenplatten zu den Sozialen Menschenrechten („Recht auf Nahrung und Wasser“, „Recht auf Gesundheit“, „Recht auf Wohnen“ etc), die danach im Gehweg verlegt werden. Es sind weitere tolle Aktionen geplant, eine Schnippelparty von slowfood (diese beginnt bereits um 12 Uhr!), auch das Allerweltshaus, die evangelische Studentengemeinde, Unicef und terre des hommes sind dabei. Die Amnesty-Gruppe wird eine Taschen-Mal-Aktion veranstalten, Unterschriften sammeln und Info- Material verteilen.

Die Veranstaltung findet bei schlechtem Wetter in den benachbarten Räumen der ESG statt.

Wir freuen uns ĂĽber jeden, der teilnimmt und mit uns picknickt! http://www.stadt-koeln.de/leben-in-koeln/freizeit-natur-sport/veranstaltungskalender/erstes-koelner-menschenrechtspicknick

Was macht man eigentlich in einer Amnesty-Gruppe? Zum Beispiel: Briefe schreiben!

Es fing vor mehr als fünfzig Jahren mit dem Schreiben von Briefen an – heute gibt es viele unterschiedliche Aktionsformen, aber Briefe schreiben Mitglieder und Unterstützer von Amnesty International immer noch: „Briefe gegen das Vergessen“. Tag für Tag werden in vielen Ländern Menschen gefoltert, hingerichtet, wegen ihrer Ansichten, Hautfarbe, Lebensweise oder Herkunft bedroht, inhaftiert, ermordet oder verschleppt. Jeden Monat veröffentlicht Amnesty International drei Einzelschicksale, um an das tägliche Unrecht zu erinnern. Tausende von Briefen gegen das Vergessen, die daraufhin jeden Monat geschrieben werden, prangern Menschenrechtsverletzungen an und helfen oft, sie zu beenden: in etwa der Hälfte der Fälle bewirken sie tatsächlich etwas – Menschen kommen aus politisch motivierter Haft frei, Folter wird gestoppt, ein Todesurteil wird umgewandelt, bedrohte Menschenrechtsanwälte erhalten eine Schutzbegleitung. Ein sinnvoller Einsatz für die Menschenrechte – aber wer hat schon Zeit, jeden Monat mehrere Briefe zu schreiben, vielleicht noch in einer Fremdsprache? So zeitraubend muss es gar nicht sein: Seit Jahren verfassen und übersetzen Amnesty-Mitglieder aus Bergisch Gladbach die monatlichen „Briefe gegen das Vergessen“ und verteilen die vorformulierten Briefe dann an Menschen aus unserer Umgebung – mit Informationen zu den Fällen und einer Übersetzung. Die Briefe sind meist auf englisch, manchmal auch spanisch oder französisch. Zur Zeit beteiligen sich über 300 Menschen an der Aktion, d.h. jeden Monat werden allein in und um Bergisch Gladbach über 300 Briefe verschickt. „Waschkörbeweise“ Briefe, die bei Staatspräsidenten, Ministern oder Generalstaatsanwälten eingehen, haben in den Jahrzehnten der Amnesty-Geschichte schon manches bewirkt – und weil eben die Wirkung auf der enormen Anzahl von Briefen beruht, können gar nicht genug Briefe verschickt werden.

Die vorgefertigten Briefe können abonniert werden unter 1208@amnesty-koeln.de Die Fallbeschreibungen für die Aktion werden auch im Internet veröffentlicht http://www.amnesty.de/briefe-gegen-das-vergessen

Jugendgruppe Köln gründet sich neu

Endlich gibt es sie wieder im Kölner Bezirk: Eine Jugendgruppe. Mit ihr gibt es nun eine Plattform für alle jungen Menschen, die eben genau das Eine verbindet: den Einsatz für Menschenrechte. Nach dem ersten Treffen am 12. April nahm die Gruppe schnell Fahrt auf. Viele grundsätzliche Dinge sind nun geklärt, und der Weg ist frei für ein langes und erfolgreiches Bestehen. Die erste Aktion liegt bereits mit dem erfolgreichen Stand beim Konzert für Flüchtlinge am 14. Mai in der Philharmonie schon einige Zeit zurück. Weitere Aktionen sind „in der Pipeline“.

Interessierte sind herzlich willkommen. Ob SchĂĽlerInnen aus der siebten Klasse oder gar dem Abschlussjahrgang: die Jugendgruppe ist genau richtig, fĂĽr alle, die sich im jungen Alter bei Amnesty einbringen wollen.

Treffen: Mittwochs, 17:30 Uhr, im Amnesty Büro: Domstraße 56, 50668 Köln
Kontakt: jugendgruppe@amnesty-koeln.de
Facebook-Seite: „Amnesty International Jugendgruppe Köln“

'''Die Queeramnesty Gruppe Köln lädt ein

26. Oktober: Queer in der Ukraine – Leben ohne Antidiskriminierungsschutz''' Andriy Maymulakhin, Koordinator von Nash Mir aus Kiew, berichtet von seinen Erfahrungen.

ZEIT: Mittwoch, 26.10.2016, 19:30 Uhr
ORT: Bürgerzentrum Alte Feuerwache e.V., Melchiorstr. 3, 50670 Köln

Andriy Maymulakhin ist MitbegrĂĽnder und Koordinator der ukrainischen Nichtregierungsorganisation fĂĽr Schwule und Lesben Nash Mir, die sich fĂĽr den Schutz der Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender (LGBT) einsetzt.

10. Oktober - Internationer Tag gegen die Todesstrafe

Trotz des bestürzenden Anstiegs der Hinrichtungszahlen in 2015 geht der langfristige Trend in Richtung einer Welt ohne Todesstrafe. Mehr als zwei Drittel aller Staaten weltweit haben aktuell die Todesstrafe per Gesetz oder zumindest in der Praxis abgeschafft. Länder, die an der Todesstrafe festhalten, werden zunehmend zu einer isolierten Minderheit. Alleine im Jahr 2015 schafften vier Länder die Todesstrafe ab. Andere Staaten setzten die Todesstrafe außer Vollzug oder bereiteten Gesetzesentwürfe vor, mit denen die Todesstrafe abgeschafft werden soll. China und Vietnam verringerten die Anzahl der Straftatbestände, die mit der Todesstrafe geahndet werden können. Andererseits registrierte Amnesty bei den Hinrichtungen eine drastische Zunahme um mehr als 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Mindestens 1.634 Menschen wurden weltweit in 25 Staaten exekutiert. Das ist die höchste Zahl an Exekutionen, die Amnesty in den letzten 25 Jahren binnen Jahresfrist dokumentiert hat. Wie in den Vorjahren sind in dieser Zahl die in China Hingerichteten nicht enthalten, da dort Statistiken über die Todesstrafe als Staatsgeheimnis eingestuft sind. Es wird geschätzt, dass China nach wie vor jedes Jahr Tausende Menschen hinrichtet, mehr als jedes andere Land.

Die Gruppe Köln-Ehrenfeld mit dem Schwerpunkt China wird am 8. Oktober auf einem Info-Stand zu Unterschriften gegen die Todesstrafe in China aufrufen.

Bergisch Gladbacher Gruppe setzt sich fĂĽr Sombath Somphone (Laos) ein

Seit Mitte des Jahres hat die Amnesty-Gruppe Bergisch Gladbach die Aufgabe übernommen, sich für Sombath Somphone einzusetzen. Sombath Somphone, der sich insbesondere für Bildung und nachhaltige Entwicklung engagierte, wurde im Dezember 2012 von Unbekannten in einem Lastwagen verschleppt. Er war zuvor von der Polizei in Vientiane, der Hauptstadt von Laos, angehalten worden. Seitdem fehlt von ihm jede Spur. Die laotischen Behörden leugnen, Sombath Somphone inhaftiert zu haben oder für sein Verschwinden verantwortlich zu sein und erklären, er sei möglicherweise nach der routinemäßigen polizeilichen Ausweiskontrolle im Rahmen einer privaten Streitigkeit entführt worden.

Die Mitglieder der Gruppe versuchen mit Briefaktionen an die laotische Regierung eine umfassende Untersucherung über sein Verschwinden zu erreichen. Sie hoffen, damit etwas zu seiner Freilassung beitragen zu können.

Gute Nachricht

Im Dezember 2015 haben Mitglieder und Unterstützer von Amnesty über 170.000 Briefe geschrieben, zahlreiche SMS gesendet und Petitionen unterzeichnet, um im Rahmen des jährlich stattfindenden Amnesty-Briefmarathons die Freilassung von Fred Bauma und Yves Makwambala zu fordern.

Fred Bauma und Yves Makwambala gehören der Jugendbewegung Lutte pour le Changement (LUCHA) an, die für ihr Engagement mit dem "Ambassador of Conscience Award 2016" ("Botschafter des Gewissens") von Amnesty International ausgezeichnet wurde. Die beiden waren im März 2015 zusammen mit 26 weiteren Aktivistinnen und Aktivisten festgenommen und wegen verschiedener angeblicher Straftaten angeklagt worden, unter anderem wegen einer "geplanten Verschwörung gegen das Staatsoberhaupt". Die beiden gewaltlosen politischen Gefangenen Fred Bauma und Yves Makwambal wurden am 29. August zusammen mit Christopher Ngoyi aus der Haft entlassen. Jean Marie Kalonji ist bereits seit dem 27. August wieder in Freiheit. Alle vier waren im Makala-Gefängnis in Kinshasa festgehalten worden. Da die Anklagen gegen die Aktivisten bisher jedoch nicht fallengelassen worden sind, besteht weiterhin die Gefahr einer erneuten Festnahme.

Vorschau:

Einmischung unerwünscht! Zivilgesellschaft unter Druck Kooperationsveranstaltung mit der Volkshochschule Köln zum Internationalen Tag der Menschenrechte, am 9. Dezember um 19:30 Uhr im VHS-Saal im Rautenstrauch-Joest-Museum

Briefmarathon 2016

Auch in diesem Jahr wird es wieder einen Briefmarathon geben. Nach den vielen Erfolgsmeldungen zum Briefmarathon 2015 hoffen wir auf erneute positive Veränderungen, die sich durch die vielen Briefe ergeben. Besonders Schulen sind aufgerufen, sich um den Tag der Menschenrechte im Dezember für die Menschenrechte einzusetzen.