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Rundbrief # 3 März 2015

Liebe Leser und Leserinnen,

durch den Einsatz beharrlichen von buchstäblich Millionen Menschen in der ganzen Welt, ist Ende letzten Jahres der Internationale Waffenhandelsvertrag in Kraft getreten.

Warum dieses Dokument so wichtig ist, versteht man schnell, wenn man einen Blick in den Amnesty Report 2014/15 wirft, der im Februar veröffentlicht wurde. Die zunehmenden Macht bewaffneter Gruppen und unzureichendem Schutz der Zivilbevölkerung durch die internationale Gemeinschaft ist nur eine der besorgniserregenden Entwicklungen. Auch die Presse- und Meinungsfreiheit ist in vielen Staaten bedroht – wie unter anderem der Fall von Raif Badawi zeigt.

Außerdem findet ihr in diesem Newsletter natürlich Informationen über Aktionen in Köln und einen Tipp, wie ihr euch mit wenig Aufwand aber viel Wirkung an Briefaktionen beteiligen könnt.

Es wünscht einen schönen Start in den Frühling,

euer Redaktionsteam

SOS – zu Wasser und zu Lande!

Die Gruppe 1465 gestaltet seit nun über 30 Jahren Gottesdienste in verschiedenen evangelischen und katholischen Kirchen in Köln und Umgebung oder gibt die Konzepte dazu an andere interessierte Gruppen weiter. Die Gruppe stellt die Gottesdienste in jedem Jahr unter ein bestimmtes Motto und hält beim Ausgang dazu passende give-aways zur Erinnerung bereit. In diesem Jahr lautet das Motto „SOS – zu Wasser und zu Lande!“ Die Termine sind auf der Homepage von der Gruppe 1465 http://www.amnesty-international-koeln-rechtsrheinisch.de/ zu finden.

Was macht man eigentlich in einer Amnesty-Gruppe? Zum Beispiel: Briefe schreiben!

Es fing vor mehr als fünfzig Jahren mit dem Schreiben von Briefen an – heute gibt es viele unterschiedliche Aktionsformen, aber Briefe schreiben Mitglieder und Unterstützer von Amnesty International immer noch: „Briefe gegen das Vergessen“. Tag für Tag werden in vielen Ländern Menschen gefoltert, hingerichtet, wegen ihrer Ansichten, Hautfarbe, Lebensweise oder Herkunft bedroht, inhaftiert, ermordet oder verschleppt. Jeden Monat veröffentlicht Amnesty International drei Einzelschicksale, um an das tägliche Unrecht zu erinnern. Tausende von Briefen gegen das Vergessen, die daraufhin jeden Monat geschrieben werden, prangern Menschenrechtsverletzungen an und helfen oft, sie zu beenden: in etwa der Hälfte der Fälle bewirken sie tatsächlich etwas – Menschen kommen aus politisch motivierter Haft frei, Folter wird gestoppt, ein Todesurteil wird umgewandelt, bedrohte Menschenrechtsanwälte erhalten eine Schutzbegleitung. Sicher ein sinnvoller Einsatz für die Menschenrechte – aber wer hat denn schon Zeit, jeden Monat mehrere Briefe zu schreiben, vielleicht noch in einer Fremdsprache? So zeitraubend muss es gar nicht sein: Seit Jahren verfassen und übersetzen Amnesty-Mitglieder aus Bergisch Gladbach die monatlichen „Briefe gegen das Vergessen“ und verteilen die vorformulierten Briefe dann an Menschen aus unserer Umgebung – mit Informationen zu den Fällen und einer Übersetzung. Die Briefe sind meist auf englisch, manchmal auch spanisch oder französisch. Zur Zeit beteiligen sich über 300 Menschen an der Aktion, d.h. jeden Monat werden allein in und um Bergisch Gladbach über 300 Briefe verschickt. „Waschkörbeweise“ Briefe, die bei Staatspräsidenten, Ministern oder Generalstaatsanwälten eingehen, haben in den Jahrzehnten der Amnesty-Geschichte schon manches bewirkt – und weil eben die Wirkung auf der enormen Anzahl von Briefen beruht, können gar nicht genug Briefe verschickt werden.

Die vorgefertigten Briefe können abonniert werden unter 1208@amnesty-koeln.de Die Fallbeschreibungen für die Aktion werden auch im Internet veröffentlicht (http://www.amnesty.de/briefe-gegen-das-vergessen

Raif Badawi

Der Fall von Raif Badawi geht seit Monaten durch die Medien. Der saudi-arabische Blogger wurde im Januar öffentlich gefoltert. Die Folter war Teil seiner Verurteilung vom 7. Mai 2014 wegen Gründung der Webseite der "Saudi-Arabischen Liberalen" und Beleidigung des Islam. Er wurde unter anderem zu zehn Jahren Haft und 1000 Stockschlägen verurteilt worden, von denen er im Januar die ersten 50 erhielt – 950 Schläge stehen ihm noch bevor. Mehr Informationen zu seinem Fall und den Link zur Onlinepetition und anderen Möglichkeiten, ihn zu unterstützen, findet ihr unter http://www.amnesty.de/2015/2/26/botschaft-von-raif-badawis-frau-ensaf-haidar?destination=suche%3Fwords%3Dbadawi%26search_x%3D0%26search_y%3D0%26search%3DSuchen%26form_id%3Dai_search_form_block

Amnesty Report 2014/15

Der neue Amnesty Report wurde Anfang des Jahres veröffentlicht und enthält Informationen über die Menschenrechtslage in 160 Ländern und fasst globale Entwicklungen zusammen. http://www.amnesty.de/amnesty-international-report-20142015 Einzelne Kapitel könnt ihr Online einsehen und euch über die Lage in Ländern wie China, den USA, Türkei. Hier seht ihr, wie es um Deutschland steht: https://www.amnesty.de/jahresbericht/2015/deutschland

ATT – Internationaler Waffenhandelsvertrag in Kraft getreten

Mit Deutschland Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien sind 5 der weltweit größten Rüstungsexporteure Teil des internationalen Waffenhandelsvertrages, kurz ATT (Arms Trade Treaty). Für sie und mehr als 50 andere Staaten gelten seit Jahresbeginn verschärfte Vorschriften für Waffenexporte. Scharf kritisiert Amnesty, dass andere große Rüstungsexportstaaten wie die USA, Russland, China oder Israel sich bisher dem ATT nicht anschließen. Details könnt ihr hier nachlesen: http://www.amnesty.de/2014/9/25/internationaler-waffenhandelsvertrag-tritt-kraft?destination=startseite